Log in
Bogna Piter

Bogna Piter

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Schlesien Journal 13.04.2021

In der nächsten Sendung von Schlesien Journal: eine Zeitreise nach Gleiwitz, einer Stadt mit dem Markt wie aus dem Lehrbuch für Architekten. Auch in diesem Jahr lädt die SKGD im Oppelner Schlesien zum Wettbewerb ein "Jugend liest Gedichte vor". Die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens hat erneut das Johann-Kroll-Stipendium ausgeschrieben.

  • Publiziert in Video

Wettbewerb "Mój hajmat- Mein Heimat".

Das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit kündigt einen Wettbewerb für LiebhaberInnen der lokalen Geschichte an.

Die Geschichte wird oft als Lehrerin des Lebens bezeichnet. Ihr ist es zu verdanken, dass wir etwas über unsere Vorfahren und die Vergangenheit erlernen, um somit Schlussfolgerungen zu ziehen und anders handeln. Im Rahmen des Projekts Archiv der erzählten Geschichte möchte das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit die interessante, außergewöhnliche Geschichte der Orte und die menschlichen Schicksale vor dem Vergessen bewahren.

Detaillierte Informationen finden Sie im Reglement. Das Anmeldeformular mit der Beschreibung des ausgewählten Ortes, Objekts usw. senden Sie bis zum 12.06.2021 an die Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir empfehlen Ihnen, am Wettbewerb teilzunehmen. Die interessantesten Beschreibungen werden in Form von zweisprachigen Broschüren gedruckt.

Konkurs AHM 2021

 

Superstädte und Superregionen 2040 – stimmen wir für ein Netzwerk zweisprachiger Schulen!

Die Gazeta Wyborcza Opole hat einen Plebiszit angekündigt, der darauf abzielt, die wichtigsten Herausforderungen für die Region Oppeln in den kommenden Jahren auszuwählen. Von den zwölf vorgewählten Aktivitäten können die Leser die sieben auswählen, an deren Entwicklung und Verwirklichung ihnen am meisten am Herzen liegt. Lassen Sie uns gemeinsam für ein Netzwerk von zweisprachigen Schulen stimmen! Schließlich ist es die Sprache, die Oppeln von anderen Woiwodschaften unterscheidet.

Auf der Internetseite der Gazeta Wyborcza lesen wir:

Multikulturalismus und Deutschkenntnisse unterscheiden die Region Oppeln von anderen Regionen. Es fehlt nicht an Unternehmen, die sich entschieden haben, hier zu investieren, in der Hoffnung, Mitarbeiter mit Kenntnissen dieser Sprache einfacher zu rekrutieren. Um diesen Vorteil zu erhalten, sollten in jedem Bezirk Schulen mit Deutsch als Vorlesungssprache eingerichtet werden.

Gehen Sie einfach auf die Website der Gazeta Wyborcza Opole und geben Sie HIER Ihre Stimme ab.

Der Plebiszit dauert bis zum 3. Mai 2021. Seine Ergebnisse lernen wir kennen bereits am 7. Mai.

Stimmen wir zusammen!

supermiasta logo

Erklärung des Abgeordneten Ryszard Galla zum 100. Jahrestag des 3. Schlesischen Aufstandes

Zum Gedenken an die Opfer des Konflikts des Jahres 1921 sprach im Sejm der Abgeordnete Ryszard Galla am vergangenen Donnerstag in seiner Erklärung. Wir empfehlen, sich mit dieser ausgewogenen und versöhnlichen Stimme bekanntzumachen.

Frau Marschallin! Mitglieder des hohen Hauses!

In diesem Jahr feiern wir den 100. Jahrestag des 3. Schlesischen Aufstands und den 100. Jahrestag der Volksabstimmung in Oberschlesien. Die Ereignisse von vor 100 Jahren gingen in die Geschichte Europas ein, insbesondere in die Geschichte Polens und Deutschlands.

Der dritte schlesische Aufstand ist immer noch geprägt von dem Drama unzähliger Familien und Menschen, die daran teilnahmen und sowohl auf polnischer als auch auf deutscher Seite kämpften. Es war eine Tragödie für alle, eine Tragödie, die nicht nur zu Menschenopfern beider Seiten führte, sondern auch zu einer tiefen Spaltung, die in vielen Familien, die auf diesem Gebiet leben, Wurzeln schlug.

Anlässlich des 90. Jahrestages des 3. Schlesischen Aufstands auf dem St. Annaberg sagte der Präsident der Republik Polen, Bronisław Komorowski: „Wir vergessen nicht, dass das damalige Drama nicht nur schlesische Dörfer und Städte teilte, sondern auch Familienhäuser und oft einzelne schlesische Familien“.  Und weiter: „Hier würdigen wir den Heldentum der Aufständischen, ohne die Schlesien nicht Teil Polens werden würde, wir respektieren aber auch die Entscheidungen derer, die auf der anderen Seite des Kampfes standen“. Bronisław Komorowski machte auch darauf aufmerksam, dass gegen die schlesischen Aufständischen auch andere Schlesier standen, die sich als Deutsche fühlten und wollten, dass Schlesien weiterhin Teil des deutschen Staates ist. Diese Worte zeigen schmerzlich, wie schwierig, kompliziert und mehrdeutig die Geschichte dieses Gebiets ist.

Als Abgeordneter der deutschen Minderheit im polnischen Sejm ist mir bewusst, dass der Dritte Schlesische Aufstand für die Polen ein sehr polarisierendes Ereignis ist. Selbst 100 Jahre später sind die Emotionen damaliger Ereignisse immer noch lebendig, insbesondere unter Menschen, deren Vorfahren an diesem Aufstand teilgenommen haben oder mit den Aufständischen verwandt waren. Gleichzeitig ist es anlässlich des 100. Jahrestags des dritten schlesischen Aufstands notwendig, allen, die während des Aufstands ums Leben gekommen sind, gehörige Ehre und Respekt zu erweisen, unabhängig davon, ob sie Polen oder Deutsche waren. Denn es muss daran erinnert werden, dass Schlesien seit Jahrhunderten ein Gebiet ist, in dem sich Kulturen, Geschichte und Sprachen vermischen. Menschen, die polnische Staatsbürger, aber deutscher Herkunft sind, haben hier gelebt und leben immer noch. So stellte sich die Geschichte heraus. Schlesien war die Heimat aller Seiten dieses Aufstands. Jede Seite wollte, dass Schlesien Teil ihres Staates ist. Daher die Kämpfe, daher viele menschliche Dramen.

Ich würde mir sehr wünschen, dass die diesjährigen Jubiläumsfeiern im Geiste des gegenseitigen Respekts und der Versöhnung stattfinden. Als Angehöriger der deutschen Minderheit habe ich in diesem Bereich positive Erfahrungen gemacht. Im Jahr 2000 standen wir als Vertreter der deutschen Minderheitenorganisation zusammen mit den Vertretern der lokalen Regierung der Woiwodschaft Oppeln zum ersten Mal auf dem St. Annaberg, um allen Opfern des Aufstandes, einschließlich der Opfer der Schlacht um St. Annaberg, zu würdigen. Wir taten dies im Geist großer Demut und gegenseitigen Respekts und erinnerten uns an den Heldentum der Aufständischen. Ich möchte sehr, dass solche Ereignisse nicht zufällig sind, sondern zu einer schönen Gewohnheit werden, die jedes Jahr gepflegt wird.

Als Abgeordneter der deutschen Minderheit möchte ich an die Worte des Papstes Johannes Paul II. erinnern, die er 1983 auf dem St. Annaberg ausgesprochen hat: "Dieses Land braucht noch eine vielfältige Aussöhnung." Diese Worte sind bis heute relevant. Das Drama der Ereignisse des Dritten Schlesischen Aufstands ist immer noch in den Herzen der Menschen präsent und teilt viele Familien oder im weiteren Sinne die polnische und die deutsche Gemeinschaft. Von diesem Podium aus möchte ich daher allen Opfern des Dritten Schlesischen Aufstands, unabhängig von ihrer Nationalität, meinen Tribut zollen. Gleichzeitig möchte ich an meine Kollegen Abgeordneter appellieren: Lassen Sie uns alle Opfer gemeinsam gedenken! Lassen Sie uns dies im Geiste der parteiübergreifenden Zusammenarbeit tun! Dank dessen wird das polnische Parlament auch zu diesem sehr schwierigen und lang anhaltenden Prozess der Heilung tiefer Wunden beitragen.

Ja, dieses Land muss noch mehrfach versöhnt werden, und als Mitglied der deutschen Minderheit möchte ich mich für eine solche Versöhnung einsetzen.

 

  • Publiziert in Politik
Diesen RSS-Feed abonnieren