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Schlesien Journal 07.09.2021

Der DFK Schlesien hat am Tag der deutschen Kultur sein 30. Bestehensjubiläum begangen. Weiter berichten wir von Bunzlau - der "Stadt des guten Tons", die ihr Ruhm vielen kleinen Werkstätten verdankt; dort wurde auch dieses Jahr das Keramikfest organisiert. Weiter erinnert sich Dr Arnold Drechsler, Leiter der Caritas der Diözese Oppeln, an die Flut des Jahres 1997, und ermutigt dabei dazu, die Opfer der Überschwemmung in Deutschland zu unterstützen. Zum Schluss ein Bericht aus dem vom VdG organisierten Sommerworkshop "Jugendzeit" in Turawa.

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Schlesien Journal 31.08.2021

Diesmal im Schlesien Journal ein Gespräch mit Frau Małgorzata Wysdak, der Leiterin der zweisprachigen des Vereins Pro Liberis Silasiae, der zum Beginn des neuen Schuljahres sanierte Räume in der zweisprachigen Schule in Oppeln Malino vorgestellt hat. Weiter ein Bericht aus Gedenkfeierlichkeiten in Potulitz, wo sich in der Nachkriegszeit ein Lager für die deutsche Bevölkerung befindet hat. Zum Schluss Einblicke in die Sommeraktivitäten in Oberschlesien: ein Fahrradausflug in Guttentag sowie Sommerferien für Kinder, die vom Deutschen Freundschaftskreis im Bezirk Schlesien jährlich organisiert werden.

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Mir liegt die deutsche Minderheit sehr am Herzen

„Du zählst!” lautet der Titel der Volkszählungs-Kampagne des Verbandes deutscher Gesellschaften in Polen. Die Volkszählung, die 100% der Bevölkerung umfassen wird, begann am 1. April. Es gibt immer noch die Möglichkeit, sich selbst zu zählen, also online an der Volkszählung teilzunehmen. Wer das nicht tut, wird von einem Volkszähler kontaktiert, der ihn am Telefon oder direkt befragen wird. Warum ist die Volkszählung so wichtig für die deutsche Minderheit? Auf diese und andere Fragen antwortet Agnieszka Dłociok im Gespräch mit Monika Plura. Agnieszka Dłociok ist Vorstandsmitglied des Deutschen Freundschaftskreises im Bezirk Schlesien und auch Zählerin bei der Volkszählung 2021.

Warum ist die Volkszählung wichtig für die deutsche Minderheit?

Die Volkszählung ist sehr wichtig, weil jede Volkszählung, die alle zehn Jahre stattfindet, zeigt, ob wir präsent sind oder nicht. Jede Person, die sich als Deutsche deklariert, alle, die deutsche Vorfahren haben, sollten es so machen, es zählt für uns! Von der Anzahl der Deutschen in Polen wird sicherlich auch die zukünftige Finanzierung der deutschen Minderheit abhängen. Jede Person zählt! Viele Jahre hat man versucht zu zeigen, dass es in Polen keine Deutschen gibt, jetzt können wir zeigen, dass wir doch da sind. Die Menschen haben ein Problem mit ihrer Identität, denn es gibt viele Menschen, die Deutsche sind. Ihre Omas und Opas sind in die deutsche Schule gegangen, sie haben deutsche Wurzeln, sie haben den deutschen Pass, also haben sie bewiesen, dass sie Deutsche sind und jetzt überlegen sie, wer sie eigentlich sind. Deswegen ist es wichtig, dass jeder, der sich als Deutscher fühlt, es auch in der Volkszählung deklariert.

Warum ist es so, dass die Menschen, wie Sie selbst sagen, deutsche Wurzeln, deutsche Pässe haben und jetzt nicht wissen, was sie deklarieren sollen?

Ich denke, dass es unterschiedliche Hintergründe bei dem Erlangen der deutschen Pässe gab.  Viele Jahre hat man vorgetäuscht, dass es in Oberschlesien keine Deutsche gibt, voriges Jahr hatten wir das 30. Bestehungsjubiläum des DFKs und man hat immer noch behauptet, dass wir nicht da sind. Deswegen ist es jetzt so wichtig zu zeigen, dass wir doch da sind! Die Identität ist etwas, was man zuhause gestaltet. Die Menschen haben aus unterschiedlichen Gründen den deutschen Pass beantragt, oft aus Arbeitsgründen, denn sie wollten jenseits der Grenze arbeiten, wo man besser verdienen konnte. Jetzt höre ich von manchen, dass die Tatsache, dass er den „roten Pass“ hat, nicht bedeutet, dass er Deutscher ist. Wer bist Du dann? Um den deutschen Pass zu bekommen, musstest Du beweisen, dass Du eine deutsche Abstammung hast.

Sie haben mehrmals erwähnt, dass diese Volkszählung sehr wichtig für die deutsche Minderheit ist. Welche Fragen haben die größte Bedeutung für die deutsche Minderheit?

In Polen haben wir neun nationale und vier ethnische Minderheiten. Alle diese sind in dem Volkszählungsformular ausgeschrieben, es gibt aber auch die Möglichkeit, „andere“ zu schreiben. Wenn wir jetzt verfolgen, was in den schlesischen Organisationen vorgeht, wollen sie, dass man als zehnte Nationalität, eben bei „andere“, die schlesische schreibt.  Ich persönlich werde die deutsche Nationalität deklarieren und die zweite, die ethnische, die schlesische, weil ich eine schlesische Deutsche oder deutsche Schlesierin bin. Ich denke, dass sehr viele Menschen auch so denken, wenn wir also die deutsche Nationalität nennen und zusätzlich die schlesische, dann denke ich, dass es eine sehr gute Arbeit sein wird, sowohl für uns als Deutsche, wie auch als Schlesier. 

Was ist, wenn jemand nur die „andere“ schlesische deklariert? Was passiert dann?

Ich weiß es nicht. Ich denke, dass es mehr Deutsche hier gibt als Menschen mit anderen Nationalitäten. Wenn wir aber nur die „schlesische“ Zugehörigkeit nennen und es nicht als Nationalität anerkannt wird, dann haben wir unsere Stimme vergeudet. Wir legitimieren uns mit der deutschen Nationalität und das sage ich allen deutlich.

Sie haben eine wichtige Rolle bei der diesjährigen Volkszählung, Sie sind Volkszählerin?

Ja, da ich DFK-Vorsitzende im Kreisverband Gleiwitz bin und 23 DFK-Ortsgruppen habe, wollte ich meinen Freunden aus den Strukturen helfen. Ich bin Zählerin in der Gemeinde Tworog. Ich wohne zwar in der Gemeinde Tost, da es da aber zu viele Zähler gab, wurde ich Tworog zugeteilt, was mir aber passt, weil sich dort auch eine DFK-Ortsgruppe befindet. 

Der erste Monat war für die Selbstzählung vorgesehen, erst ab Anfang Mai bekamen wir die Daten derer, die sich noch nicht selbst gezählt haben und jetzt beginnt unsere Arbeit.

Im DFK-Kreisverband Gleiwitz haben wir beschlossen, den DFK-Mitgliedern bei der Selbstzählung zu helfen. Die DFK-Ortsgruppen können Termine festlegen, wann wir, samt Laptops, zu ihnen kommen sollen und ihnen helfen, die Formulare auszufüllen. Obwohl ab Anfang Mai die Zähler ihre Arbeit aufnehmen, kann man sich weiterhin selbstständig online zählen. In den DFK-Ortsgruppen, wo die Termine festgelegt werden, wollen wir den Menschen helfen, die die Selbstzählung nicht selbst machen können. Dabei müssen es nicht nur DFK-Mitglieder sein, wir sind für alle offen.

Die, die sich selbst online den Fragen stellen, müssen nicht gleich das ganze Formular ausfüllen. Es gibt da unterschiedliche Fragen, wenn man sich also nicht sicher ist, was man antworten soll, kann man es erst überprüfen und dann weiter ausfüllen, denn für die Ausfüllung des Volkszählungs-Fragebogens haben wir, nachdem wir es angefangen haben, zwei Wochen Zeit. Wenn wir das Formular beenden, erhält die Gemeinde automatisch die Information, dass die Person die Volkszählung schon absolviert hat.

Was muss man machen, um Zähler bei der Volkszählung zu werden?

Es gab einen Termin, bis zu dem man sich anmelden musste, dass man diese Funktion in der Gemeinde übernehmen will. Das habe ich gemacht und die Gemeinde hat Kontakt mit mir aufgenommen. Ich habe eine Nummer bekommen, ich musste meine Personaldaten samt Foto zur Verfügung stellen. Als alle Formalitäten beendet waren, konnte man zur Schulung antreten. Die Schulung wurde vom Statistischem Amt online vorbereitet. Dabei wurden unterschiedliche Themen, die mit der Volkszählung verbunden sind, angesprochen. Auch die Prüfung fand online statt, denn man musste eine Prüfung bestehen, um die Funktion des Zählers zu erhalten.    

Was hat Sie motiviert, Zähler zu werden? Es ist ja zusätzliche Arbeit und eine verantwortungsvolle Funktion.

Mir liegt die deutsche Minderheit sehr am Herzen. Als ich in die Schule ging, dachte ich, dass die Verfassung mir die Redefreiheit garantiert, als ich ins Lyzeum kam, habe ich erfahren, dass es gar nicht so ist und seit dieser Zeit bin ich sehr engagiert in den Angelegenheiten der deutschen Minderheit. Da viele DFK-Mitglieder ältere Leute sind, will ich ihnen helfen. Ich möchte, dass sie sich mit ihrer Nationalität gut fühlen und wissen, dass sie auf Hilfe zählen können. Viele der älteren Personen haben noch immer Angst, sich zu ihrer Nationalität zu bekennen. Ich wundere mich aber nicht darüber, nach allem, was sie erlebt haben.  

Wichtig ist zudem, dass man daran denkt, dass auch die Personen, die bei uns zu Hause angemeldet sind, aber schon lange im Ausland wohnen, ebenso die Pflicht haben, an der Volkszählung teilzunehmen. Es gibt nämlich Geldstrafen für diejenigen, die sich nicht beteiligen. Deswegen appelliere ich an unsere DFK-Mitglieder, dass sie ihre Familienangehörigen informieren, dass auch sie an der Volkszählung teilnehmen müssen.

Danke für das Gespräch.

Das Interview erschien in der 9. (455) Ausgabe der Oberschlesischen Stimme, Informations- und Kulturbulletins des Deutschen Freundschaftskreises in der Woiwodschaft Schlesien. Publikation unter Genehmigung der Redaktion.

 

76. Jahrestag der Oberschlesischen Tragödie in Geiwitz

76. Jahrestag der Oberschlesischen Tragödie: 20. Februar 2021 um 17:40 Uhr
St. Georg-Kirche in Gleiwitz-Laband, ul. Radosna 2

Zum Jahrestag der Einrichtung des Internierungslagers in Gleiwitz-Laband organisiert die TSKN-Niederlassung in Gleiwitz eine traditionelle Messe zum Gedenken an diese tragischen Ereignisse. Die Feierlichkeiten beginnen mit einem Gebet am Denkmal für die Internierten, wo Kränze gelegt und Kerzen angezündet werden. Das Denkmal befindet sich hinter der Kirche an der Seite des Friedhofs. Nach dieser Zeremonie, um 18:00 Uhr, fängt in der Kirche die hl. Messe an. Die Messe wird zweisprachig in deutscher und polnischer Sprache vom Bischofsvikar Fr. Robert Chudoba abgehalten.

Die Andacht wird aufgezeichnet und am 27.02.2021 um 18.00 Uhr auf dem YouTube-Kanal wiedergegeben.

Quelle: DFK Schlesien.

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