Am Freitag, dem 11. September 2026, fand in der Anna-Wasilewska-Aula in Allenstein ein feierliches Jubiläumskonzert statt, bei dem Klassiker der deutschen Musik erklangen. Diese Veranstaltung bot Gelegenheit, gemeinsam den 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags sowie das 35-jährige Bestehen des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) zu feiern.
Der Abend begann mit einer feierlichen Begrüßung der Gäste. Rafał Bartek, Vorsitzender des VdG, bedankte sich in seiner Rede bei den Personen, die sich tagtäglich für die deutsche Minderheit engagieren:
Engagierte Menschen sind sehr wichtig. Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, die ihre Zeit und Energie investieren und die trotz aller Schwierigkeiten nicht aufgeben […] Wir alle, die wir hier versammelt sind, leisten täglich ehrenamtliche Arbeit, entwickeln neue Ideen, um die deutsche Minderheit sichtbarer zu machen, führen Diskussionen und knüpfen neue Kontakte. All dies geschieht, um die deutsche Sprache, Kultur und Tradition zu bewahren. Aus diesem Grund möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen.
Anschließend wurde eine Festrede zum 35. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrags gehalten. Das 1991 unterzeichnete Dokument wurde zu einem der wichtigsten Fundamente für den Aufbau gegenseitigen Vertrauens und die Vertiefung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit; darüber hinaus bestätigte es die Existenz der deutschen Minderheit in Polen und garantierte deren Rechte.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Konzert des Berliner Damen-Streichquartetts Quartetto Tonale. Das seit 1994 bestehende Ensemble präsentierte auf der Bühne Werke unter anderem von Brahms, Mozart, Pachelbel und Bach sowie Kompositionen von Britten und Schumann.
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt der Feierlichkeiten war die Verleihung von Auszeichnungen an 20 Personen, die sich in besonderer Weise um die Belange der deutschen Minderheit in Polen verdient gemacht haben. Seit vielen Jahren engagieren sie sich für die Entwicklung der Organisation, pflegen die deutsche Sprache und Kultur und fördern den deutsch-polnischen Dialog (eine Liste der Ausgezeichneten mit einer Beschreibung finden Sie weiter unten).
Die Teilnehmenden der Veranstaltung hatten zudem die Gelegenheit, zwei Ausstellungen zu besichtigen: „Nicht gegeneinander, sondern miteinander – 35 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag“, die vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit gestaltet wurde, sowie eine Ausstellung zum 10-jährigen Bestehen des Forschungszentrums der Deutschen Minderheit.
Zu den Gästen des Festkonzerts zählten unter anderem die Inspektorin für Minderheitenangelegenheiten des Woiwodschaftsamtes in Allenstein – Aneta Łapińska, der Vorsitzende des Ausschusses für nationale und ethnische Minderheiten des Sejmiks der Woiwodschaft Ermland-Masuren – Jarosław Słoma, Diane Röhrig vom Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland Danzig, Dr. Sebastian Klappert sowie Bernhard Funk vom Bundesministerium des Innern (BMI).
Grußwort des Vorsitzenden der Landsmannschaft Ostpreußen in Mecklenburg-Vorpommern, Manfred Schukat Glückwunschschreiben der Senatorin der Republik Polen Ewa Monika Kaliszuk Glückwunschschreiben der FUEN Glückwunschschreiben des Ko-Vorsitzenden der Gemeinsamen Kommission der Regierung und der nationalen und ethnischen Minderheiten, Grzegorz Kuprianowicz Pobierz [PDF] Glückwunschschreiben des Präsidenten von Allenstein, Robert Szewczyk
Ausgezeichnete Personen:
Mit der Ehrenmedaille wurden ausgezeichnet:
Edwin Kemnitz – hat sich als langjähriger Vorsitzender der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft in Schneidemühl über 33 Jahre hinweg für die Bewahrung der deutschen Sprache, Kultur und Identität eingesetzt.
Detlef Rach – steht seit der Gründung an der Spitze des Bundes der Bevölkerung Deutscher Abstammung in Stolp und engagiert sich seit vielen Jahren für die deutsche Minderheit, Kultur, Jugend und den deutsch-polnischen Dialog in Pommern.
Krystyna Jakubanes – leitet seit 2003 die Ortsgruppe in Dirschau und setzt sich seit über zwei Jahrzehnten für die deutsche Minderheit sowie die Pflege der deutschen Sprache und Kultur ein.
Horst Ulbrich – engagiert sich seit vielen Jahren für die deutsche Minderheit und hat die DSKG Glatz zu einem wichtigen gesellschaftlichen und kulturellen Zentrum entwickelt.
Józef Januszewski – engagiert sich seit vielen Jahren für die deutsche Minderheit in Konitz, insbesondere in den Bereichen Kultur, Medien sowie Kinder- und Jugendarbeit.
Sylwia Koźluk – engagiert sich seit nahezu drei Jahrzehnten für die deutsche Minderheit in Rastenburg und prägt als Vorsitzende, Lehrerin und Kulturanimatorin die örtliche Gemeinschaft.
Zofia Lachowska – engagiert sich seit 29 Jahren für die deutsche Minderheit in Rastenburg und leitet den dortigen Verein seit 2018 mit großem Engagement.
Die Ehrennadel erhielten:
Sabina Reguła – engagiert sich als Vorsitzende des Deutschen Minderheitenvereins in Neidenburg für die deutsche Sprache, Kultur und Identität, insbesondere für Kinder und Jugendliche.
Helga Kuczkowska – engagiert sich seit 2014 in der DSKG Schneidemühl und unterstützt als Schriftführerin die tägliche Arbeit des Vereins.
Kazimierz Skowiera – engagiert sich seit 1996 für die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Schneidemühl und ist seit 2003 Mitglied des Vorstands.
Irena Solenski-Stankiewicz – engagiert sich seit 2013 im Vorstand des Deutschen Freundschaftskreises „ROSCH“ in Johannisburg und unterstützt die Organisation als Schatzmeisterin mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein.
Paul Gollan – war Mitbegründer der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Ermland und Masuren und engagierte sich als langjähriger Vorsitzender fast 25 Jahre für die deutsche Sprache, Kultur und Identität.
Die Ehrenurkunde wurde verliehen an:
Halina Sobczak – engagiert sich seit vielen Jahren für die SKGDM Stargard und trägt als Schatzmeisterin und Sekretärin wesentlich zur Arbeit des Vereins bei.
Artur Lipiak – ist seit 2007 Mitglied des Deutschen Freundschaftskreises in Dirschau und unterstützt den Verein tatkräftig, insbesondere bei Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten.
Barbara Szweda – ist langjähriges Mitglied des DFK in Dirschau, engagierte sich im Vorstand und bereicherte das Vereinsleben unter anderem durch die Organisation zahlreicher Reisen.
Gizela Szafran – ist langjähriges Mitglied des DFK in Dirschau und unterstützt die Gemeinschaft mit großer Hilfsbereitschaft und Engagement bei organisatorischen Aufgaben.
Halina Lupa – unterstützt den DFK in Dirschau seit vielen Jahren mit großem Engagement, Kreativität und aktiver Mitarbeit.
Karola Warsińska – gehört zu den Gründungsmitgliedern des DFK in Dirschau und engagiert sich seit vielen Jahren im kulturellen Bereich, insbesondere durch die Organisation von Lesungen deutscher Gedichte.
Beata Jakubowska – unterstützt den DFK in Dirschau seit vielen Jahren, insbesondere als Buchhalterin und bei der Durchführung zahlreicher Projekte. Auch im Ruhestand engagiert sie sich weiterhin für den Verein.
Krzysztof Bieńkowski – ist ein langjähriges Mitglied des DFK in Dirschau und bereichert die Vereinsarbeit durch Vorträge, fotografische Dokumentationen und thematische Bildpräsentationen.
Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Ministeriums für Inneres und Verwaltung und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gefördert.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Fotos: Michał Florek





