In den vergangenen Jahren haben wohlüberlegte Entscheidungen, außergewöhnliche Beharrlichkeit bei der Überwindung zahlreicher Hindernisse sowie das Engagement und die wertvolle Arbeit vieler Menschen das heutige Bild der Deutschen Minderheit geprägt. Eine besondere Gelegenheit, diesen Weg Bilanz zu ziehen, bot das heutige Festkonzert anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG). Die Veranstaltung versammelte zahlreiche Gäste, darunter Vertreter der Deutschen Minderheit aus Südpolen, polnische und deutsche Partner, die mit dem Verband zusammenarbeiten, sowie Vertreter der Geistlichkeit.
Der VdG ist der Dachverband der Deutschen Minderheit. Diese Minderheit hat ihre Organisationen nicht nur im Süden Polens, sondern unter anderem auch in Pommern, Kujawien, Ermland und Masuren. Der Verband mit Sitz in Oppeln beteiligt sich am deutsch-polnischen politischen Dialog, betreibt intensive kulturelle und mediale Arbeit und setzt sich aktiv für den Erhalt und die Förderung der deutschen Sprache ein. Darüber hinaus koordiniert er zahlreiche Projekte und arbeitet mit vielen Organisationen und Institutionen in Polen und Deutschland zusammen.
Wie der Vorsitzende des Verbandes, Rafał Bartek, betonte, hat sich die Rolle der Organisation im Laufe der Jahre erheblich geändert:
Der Verband hat einen langen Weg zurückgelegt – von einem Verein mit nur wenigen Mitgliedern, der hauptsächlich für die Vertretungs- und Verhandlungsaufgaben mit der polnischen und deutschen Regierung zuständig war, hin zu einer Organisation, die in den letzten Jahren zahlreiche Projekte koordiniert. Der Verband hat also neue Aufgaben übernommen, wodurch wir uns auch erheblich weiterentwickelt haben. Deshalb ist die heutige Veranstaltung eine ideale Gelegenheit, um verdienten Mitgliedern zu danken und auch um zusammenzufassen, was im Laufe der Jahre geschehen ist.
Nach der feierlichen Eröffnung mit zahlreichen Reden im Henryk-Wieniawski-Kurtheater erklang ein reichhaltiges Repertoire deutschsprachiger klassischer Werke, dargeboten vom Futyma Quintet, das sich dank seiner Professionalität und seines hohen künstlerischen Niveaus die Sympathie des Publikums in Polen und im Ausland gesichert hat. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Verleihung von Auszeichnungen an verdiente Aktivisten der Deutschen Minderheit. Zum Abschluss gab es einen Imbiss, der für eine angenehme Atmosphäre sorgte, die zu Gesprächen einlud.
Veranstalter war der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen. Das Konzert wurde aus Mitteln des Ministeriums für Inneres und Verwaltung finanziert.
Die ersten Jubiläumsfeierlichkeiten des Verbandes fanden in Bad Salzbrunn statt. Wir laden Sie schon jetzt herzlich zum nächsten Jubiläumskonzert ein, das im September in Allenstein stattfinden wird.
Fotogalerie – Konzert zum 35-jährigen Jubiläum des VdG in Bad Salzbrunn
Wir empfehlen Ihnen außerdem folgende Lektüre:
Rede von Rafała Bartka Rede von Bernarda Gaidy Schreiben des Vize-Innenministers, Tomasz Szymański, anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Verbandes Schreiben der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens Schreiben der Woiwodin von Niederschlesien
Ausgezeichnete Personen:
Die Ehrenurkunde wurde verliehen an:
Elisabeth Wypych – ist seit 1957 ununterbrochen Mitglied der Strukturen der deutschen Minderheit und engagiert sich im Chor sowie im kulturellen Leben. Ihr Engagement erfolgt ausschließlich ehrenamtlich und ohne jegliche finanzielle Vergütung.
Renata Czapnik – ist seit über zwanzig Jahren ehrenamtlich in der Verwaltung des Vereins in Waldenburg tätig und engagiert sich in der sozialen Unterstützung älterer und kranker Mitglieder.
Ryszard Wierzbowski – ist seit vielen Jahren in der Pflege von Soldatengräbern und im Gedenken an die Opfer von Kriegen engagiert. Er ist aktiv in der SKGD Breslau.
Zbigniew Krzywański – ist ein aktiver Mitgestalter von Gedenkinitiativen, langjähriges Mitglied der SKGD Breslau und engagiert sich im kulturellen Bereich.
Die Ehrennadel erhielten:
Martina Osuchowski – leitet den Chor und die Musikgruppe „Gosłowiki“ und engagiert sich aktiv in der lokalen Gemeinschaft.
Dr. Michał Matheja – ist Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des Forschungszentrums der Deutschen Minderheit. Darüber hinaus engagiert er sich aktiv im Deutschen Freundschaftskreis (DFK) Tost.
Ilona Wochnik-Kukawska – war 23 Jahre lang Schulleiterin der zweisprachigen Gesamtschule in Solarnia und Vorsitzende der Gemeindestruktur der SKGD in der Gemeinde Bierawa. Sie setzt sich intensiv für die berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften ein und engagiert sich in diesem Zusammenhang im Deutschen Bildungsverein.
Rudolf Gerlic – engagiert sich für das gesellschaftliche, kulturelle und kirchliche Leben in der Gemeinde Groß Lassowitz. Er ist Vorsitzender des DFK Kotschanowitz, stellvertretender Vorsitzender des SKGD-Vorstandes im Kreis Kreuzburg und Initiator zahlreicher Projekte. Zudem ist er Chorleiter der Gesangsgruppe „Zum Singen geboren“.
Ewa Magosz – ist seit über 35 Jahren im künstlerischen und kulturellen Bereich tätig. Sie leitet Ensembles und fördert Musik und Tanz aller Generationen.
Anna Wyrwich – ist seit rund 30 Jahren in der Minderheitenarbeit engagiert. Sie organisiert kulturelle, literarische und bildungsbezogene Projekte sowie gesellschaftliche Initiativen.
Helena Lellek – Geschäftsführerin der Stiftung für Entwicklung Schlesiens, engagiert sich für die Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen und Hilfsprogrammen sowie für die wirtschaftliche Entwicklung.
Lucjan Ryszka – engagiert sich seit vielen Jahren aktiv in den Strukturen der deutschen Minderheit in Schlesien. Er organisiert kulturelle, religiöse und sprachenbezogene Initiativen und setzt sich für das Gedenken an die Geschichte ein.
Mit der Ehrenmedaille wurden ausgezeichnet:
Maria Neumann – ist seit Beginn der 1990er Jahre in den Strukturen der deutschen Minderheit engagiert, war langjährige Führungskraft im VdG und ist eine wichtige Stütze im organisatorischen und finanziellen Bereich.
Monika Wittek – ist langjährige Kulturreferentin des VdG, Organisatorin vieler Kulturprojekte, Redakteurin wichtiger VdG-Publikationen und langjährige Förderin der deutschen Sprache und Identität.
Joachim Makowski – ist aktiver Vorsitzender des DFK Stollarzowitz, Initiator zahlreicher Projekte und Veranstaltungen, Autor unterschiedlicher Ausstellungen und zahlreicher Vorträge sowie engagierter Förderer der lokalen Gemeinschaft.
Ewa Chomicz – ist in der kulturellen und Bildungsarbeit engagiert, insbesondere in der Jugendarbeit und bei Projekten zur lokalen Geschichte.
Rosemarie Kerner – ist eine langjährige Aktivistin der deutschen Minderheit und Vorsitzende des Bildungsvereins Koźle-Rogi. Sie engagiert sich in den Strukturen der SKGD auf Gemeinde- und Kreisebene und ist Mitglied des Kuratoriums des Oberschlesischen Zentrums für Kultur und Begegnung Joseph von Eichendorff.
Richard Donitza – war ein engagierter Initiator der Strukturen der deutschen Minderheit in Oberschlesien. Er war Abgeordneter der deutschen Minderheit im Sejmik der Woiwodschaft Oppeln und Leiter des DFK Stöblau. Darüber hinaus engagierte er sich im Präsidium des VdG sowie im Rat der Stiftung zur Förderung Schlesiens.
Richard Urban – ist Zeitzeuge der Kriegshandlungen der sowjetischen Armee und Mitbegründer der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien. Er engagiert sich für Sprache, Erinnerungskultur und deutsch-polnische Verständigung.
Bernard Gaida – ist langjähriger Vorsitzender des VdG, internationaler Vertreter der deutschen Minderheit und engagiert sich in den Bereichen Politik, Dialog und europäische Zusammenarbeit.
Zu den Gästen des heutigen Festkonzerts zählten unter anderem Martin Kremer – Generalkonsul in Breslau, Ryszard Galla – Berater des Sejmmarschalls für nationale und ethnische Minderheiten, Zuzanna Donath-Kasiura – Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln, sowie Pfarrer Wojciech Pracki – Bischof der Diözese Kattowitz der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.





