Am Samstag, dem 23. Mai 2026, fand in Kandrzin-Cosel die Jahresversammlung der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) statt – das wichtigste satzungsmäßige Treffen der Organisation, bei dem die Aktivitäten des vergangenen Jahres zusammengefasst und die wichtigsten Herausforderungen sowie Pläne für die Zukunft erörtert wurden.
Die Sitzung begann um 10:00 Uhr mit dem traditionellen „Oberschlesienlied“, das die Verbundenheit der Teilnehmenden mit der deutschen Tradition und Identität unterstrich.
An der Veranstaltung nahmen auch geladene Gäste teil, darunter die Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln – Zuzanna Donath-Kasiura, der stellvertretende Generalkonsul der BRD in Breslau – Thorsten Goehler, der Konsul der BRD in Oppeln – Peter Herr – sowie Vertreter der Selbstverwaltungen und Organisationen der deutschen Minderheit.
Zuzanna Donath-Kasiura überreichte im Namen des Vorstands der Woiwodschaft Oppeln die Auszeichnung „Verdient für die Woiwodschaft Oppeln“ an die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien.
Der Vorsitzende der SKGD, Rafał Bartek, wies in seiner Rede auf Folgendes hin:
(…) Die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland sind unsichtbar geworden. Sie bestehen zwar weiterhin, aber die wurden versteckt, damit sie bloß keiner entdeckt. Gleichzeitig steigt mal wieder die antideutsche Stimmung in Polen. Es gibt Proteste in Warschau bei denen deutsche Musik gespielt wird, ein Deutscher zu sein wurde wieder zum Schimpfwort und das alles geschieht ohne klare Reaktion seitens der Regierung. (…)
Wir sehen also, dass der Schein trügen kann, dass alles jetzt besser geworden ist in den deutsch-polnischen Beziehungen. Es ist leider nur stiller geworden und vergessen wir nicht, dass die Stille, der Stillstand unser großer Gegner ist, denn die Zeit rennt uns davon. Die schwindenden Deutschkenntnisse der jungen Generation, das schwindende Zugehörigkeitsgefühl zu der deutschen Volksgruppe sind alles Signale die wir nicht missachten dürfen. Wir müssen uns dagegenstellen mit den Mitteln die uns zur Verfügung stehen und das sind Gespräche, Erziehung in der Familie, das sind Gespräche an der Schule und in der Gemeinde, das sind aber auch Projekte, wo wir entscheiden welche Akzente wir setzen. Und natürlich sollen wir auch nicht vergessen, dass wir durchaus Menschen um uns herum haben, die uns auf diesem Weg gerne unterstützen. (…)
Während der Versammlung hörten die Delegierten die Berichte über die Tätigkeit der Organisation. Dem Vorstand der SKGD wurde einstimmig Entlastung erteilt und der Arbeitsplan für das Jahr 2026 angenommen. Darüber hinaus wurden organisatorische Satzungsänderungen beschlossen, die eine weitere Verbesserung der Funktionsweise der Strukturen zum Ziel haben. Die Delegierten verabschiedeten außerdem den Appell: „35 Jahre nach dem Vertrag – Appell der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien zur systematischen Unterstützung des Deutschunterrichts in Polen“.
Der diesjährigen Sitzung ging zum zweiten Mal der SKGD-Kongress voraus, bei dem die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen über Themen diskutierten, die das kulturelle Angebot der Minderheit, die Minderheitenrechte sowie die Sichtbarkeit der deutschen Minderheit im öffentlichen Raum betrafen.
Fot. TSKN/ S. Koprek-Golomb




