In diesem Jahr findet der 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit statt. Zu diesem wichtigen Anlass hat die Deutsche Minderheit ein Jubiläumskonzert in Oppeln organisiert.
Dieses am 17. Juni 1991 unterzeichnete Dokument bestätigte die Existenz der Deutschen Minderheit in Polen und garantierte ihr das Recht, ihre Sprache, Kultur und Traditionen zu pflegen. Darüber hinaus führte der Vertrag zu einer Vertiefung der politischen Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland, und Polen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands. Dieses Dokument schuf zudem die Grundlage für die Entstehung zahlreicher Organisationen, die die Entwicklung von Kultur, Sprache und Traditionen beider Völker fördern, wie beispielsweise das Deutsch-Polnisches Jugendwerk oder die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.
Das Inkrafttreten des Vertrags ermöglichte auch den Ausbau der Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene. Gemeinden und Städte begannen, Partnerschaften einzugehen, die den Erfahrungsaustausch, die Umsetzung gemeinsamer Projekte und die gegenseitige Unterstützung in schwierigen Zeiten förderten. Im Rahmen der Umsetzung der Bestimmungen des Vertrags wurde 2010 der deutsch-polnische Runde Tisch ins Leben gerufen, bei dem Vertreter beider Staaten sowie von Minderheitenorganisationen Fragen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Vertragsbestimmungen erörtern.
Um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, lud die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) am 30. Juni 2026 zahlreiche Gäste in das Jan-Kochanowski-Theater in Oppeln zu einem Jubiläumskonzert mit dem Titel „Freundschaft, die verbindet“ ein.
Wie der Vorsitzende der SKGD, Rafał Bartek, sagte:
Mit der Organisation dieses Konzerts wollten wir gemeinsam den 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit feiern, der für die Deutsche Minderheit von bahnbrechender Bedeutung war. Heute können wir sagen, dass es gelungen ist, einen Teil seiner Bestimmungen mit Leben zu füllen, und dass wir unsere Sprache, Kultur und eigene Identität ungehindert pflegen können.
Seit Jahren war und ist die Deutsche Minderheit eine Brücke zwischen der deutschen und der polnischen Kultur. Auch wenn die deutsch-polnischen Beziehungen nicht immer frei von Spannungen sind, sind beide Länder in vielen Bereichen eng miteinander verbunden und voneinander abhängig. Umso mehr liegt uns die Pflege guter deutsch-polnischer Beziehungen am Herzen, die auf Dialog, gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit beruhen.
Joanna Hassa sagt dazu:
Es war ein unglaubliches Ereignis und Erlebnis. 120 Mitwirkende – der eigens für dieses Konzert gegründete Chor XXL und ein gemeinsames Orchester – präsentierten auf einer Bühne polnische und deutsche Musik und verzauberten das Publikum. Das Konzert bot viele Momente des gemeinsamen Feierns, aber auch der Rührung. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Darbietung von vier Hymnen: der polnischen, der deutschen, der europäischen und der oberschlesischen. Letztere hat sich mir am stärksten eingeprägt.
Auf der Bühne traten Künstlerinnen und Künstler der Deutschen Minderheit auf: die Blaskapelle DFK Nesselwitz, die Blaskapelle aus Zülz, der Krappitzer Chor, der Chor „Heimatklang“, der Chor „Glogovia“, der Chor „Brosci Chorus“, Gesangsgruppe Echo aus Kupp, Sven Solisch und Barbara Weinkopf unter der Leitung von Oskar Koziołek-Goetz und Andrzej Weinkopf.
Zu den geladenen Gästen zählten unter anderem die Vizepräsidentin des Bundestages, Andrea Lindholz, sowie der Sejmmarschall der Republik Polen, Włodzimierz Czarzasty. Insgesamt nahmen über 500 Pe
Das Konzert wurde aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern (BMI) sowie des Ministeriums für Inneres und Verwaltung (MSWiA) finanziert. Partner der Veranstaltung waren das Marschallamt und der Marschall der Woiwodschaft Oppeln, Szymon Ogłaza. Die Ehrenpatenschaft übernahm der Sejmmarschall der Republik Polen, Włodzimierz Czarzasty.
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