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Schlesien Journal 20.07.2021

Diesmal in Schlesien Journal unter anderem:

  • Ein Gespräch mit Martin Lippa über die Beschlüsse der Delegiertenversammlung der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen in Schlesien, die Anfang Juli stattgefunden hat;
  • Ein Bericht aus der weiteren Wallfahrt der Minderheiten in Wartha;
  • Bereits zum 3. Mal organisierte die Miro-Fußballschule ein Sommerferien-Fußballcamp.
  • Publiziert in Video

Wallfahrt der deutschen Minderheit nach Wartha: Die Pflege der Kultur ist die Güte

Am Sonntag, den 11. Juli, fand in Wartha eine weitere Wallfahrt der deutschen Minderheit statt. Aus verschiedenen Ecken Schlesiens sind Gruppen der deutschen Minderheit gekommen, um gemeinsam in der Marienbasilika zu beten.

Wallfahrt nach Wartha / Pielgrzmyka do Barda

Wallfahrt nach Wartha / Pielgrzmyka do Barda

In der Predigt, die vom Bischofsvikar Pfarrer Piotr Tarlinski gehalten wurde, wurde unter anderem die Rolle betont, die die deutsche Gemeinschaft in Polen - trotz Schwierigkeiten - als Kulturträger spielt:

Es ist notwendig, dass wir (...) unermüdlich mit unserem guten Beispiel, in unserem edlen Engagement, unserer brüderlichen, schwesterlichen Haltung bleiben.  (...) Denn eine gepflegte Kultur, auch wenn sie in einer anderen Sprache klingt und etwas andere Wurzeln, Räume und Traditionen hat, ist immer die Güte. Kultur ist in jeder Nation ein gutes Ereignis, ewenn es Abkehr von der Kultur gibt, dann wird das Böse geboren. Deshalb ist die deutsche Kultur - die Kultur, die wir tagtäglich leben und die wir mühsam zu pflegen und zu vermitteln versuchen, eine gute und freundliche Tätigkeit, die universelle Übereinstimmung und Einheit aufbaut. (...) Wir arbeiten nicht nur für uns selbst, sondern dienen und arbeiten für alle.

Z różnych zakątków Śląska przyjechały grupy mniejszości niemieckiej, by wspólnie modlić się w bardzkiej bazylice.

Sich auf den 30. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages beziehend, sprach auch in diesem Sinne der Vorsitzender des VdG, Bernard Gaida:

Die Gemeinschaft der Deutschen (...) wurde in diesem Vertrag anerkannt. (...) Also die Freiheit wurde uns zurückgegeben; die Freiheit, sich selbst zu entfalten, die Sprache unserer Vorfahren zu sprechen, die Tradition zu pflegen; eigene, und nicht aufgezwungene historische Erinnerung zu haben. Wir wollen uns heute für diesen langen Weg bedanken. Wir haben es gesungen: Großer Gott, wir loben dich. (...)

Wallfahrt nach Wartha / Pielgrzmyka do Barda

Und um Früchte der Aussöhnung und der Freiheit bitten, die zur Folge haben können, dass alles das verschwindet, was uns noch immer spaltet. (...) Wir, Deutsche in Polen, wir sind Schlesier, Pomeraner, Ermländer und müssen die uns gegebene Freiheit aber auch nutzen wollen, um sich selbst im deutschen Bewusstsein zu erneuern. Als Deutsche zu leben. In diesem Geist die Kinder in der Schule unterrichten zu lassen und erziehen, in deutscher Sprache frei zu sprechen und zu beten und darauf auch stolz zu sein. Wir wollen diese Heimat so erneuern, um Einheit, aber in der Vielfalt zu bitten.

Wallfahrt nach Wartha / Pielgrzmyka do Barda

Wallfahrt nach Wartha / Pielgrzmyka do Barda

Die Messe gestaltete musikalisch Bläserquintett BSA Brass. Auf der Orgel spielte Hubert Prochota.

Wir bedanken uns für die zahlreiche Teilnahme und freuen wir uns schon auf die nächste Pilgerfahrt nach Albendorf (8. August). Mehr Informationen dazu finden Sie HIER.

Schlesien Journal 6.07.2021

Diesmal im "Schlesien Journal":

  • Die Kinderspielstadt Klein Raschau, ein Projekt des Vereins Pro Liberis Silesiae, hat ihre Pforten für die kleinsten erneut geöffnet;
  • Am 26. Juni 2021 tagten die Dellegierten der sozial-kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien bei ihrer 32. Jahresversammlung;
  • Gekrönt wurden die Preisträger des Wettbewerbs "Jugend trägt Gedichte vor";
  • Am 11. Juli pilgert die deutsche Minderheit nach Wartha in Niederschlesien;
  • Der Schlagersänger Tobias Thalhammer, bekannt als Toby aus München setzt seine Konzerttour fort.
  • Publiziert in Video

Neue Qualität auf dem Annaberg

Mit Hoffnung schaue ich auf die sich wieder öffnende Welt. Ich schreibe diese Worte in Berlin, wohin ich gereist bin zu einer Sitzung des Unterausschusses des Bundestages für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, die der Unterstützung der Deutschen im Ausland gewidmet war. Als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten versuchte ich, unseren Standpunkt darzustellen, der schon vor drei Jahren hieß, dass die Unterstützung eine Restrukturierung der Ziele braucht, aber auch konkrete Akzente in der Außenpolitik Deutschlands. Alles, um irgendwann den Teufelskreis der Konsequenzen der Diskriminierung zu durchbrechen, zu denen andere heutige soziale und politische Probleme hinzukommen.

Doch unabhängig vom Thema der Sitzung war es ein außergewöhnliches Erlebnis, wieder an einem Treffen in der realen Welt und nicht auf Entfernung teilzunehmen. Außergewöhnlich, weil es in der Einladung anfangs hieß, die Sitzung würde online stattfinden und zu meiner Freude wurde sie in eine Präsenzsitzung umgewandelt.  

Dieser Optimismus steht auch hinter meiner heutigen Einladung an Sie zur traditionellen Wallfahrt der nationalen Minderheiten zur Grotte auf den St. Annaberg. Wir glauben daran, dass unter freiem Himmel, den Abstand wahrend, es uns gelingen wird, auf dem heiligen schlesischen Berg unser Dankgebet aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des VdG sowie der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages zu erheben. Wir haben uns daran gewöhnt, dass der Vertrag besteht, aber vor 30 Jahren konnten viele sich nicht ausmalen, dass diese beiden Länder gute Nachbarn sein könnten.

Das Gebet erheben wir auch von einem Berg, um den vor 100 Jahren gekämpft wurde, wobei dieser Kampf hier in Schlesien keine Sieger, sondern nur Verlierer hatte. Die Gewinner waren weit entfernt in Posen, Warschau und in Paris. Der Kampf hinterließ ein zerrissenes Schlesien, geteilte Menschen, Streit um Geschichte. Deshalb wollen wir, dass die Intention der Wallfahrt diese Jahrestage verbindet. Sie lautet: Versöhnung, Freiheit, Erneuerung.

Versöhnung braucht Freiheit und die Chance auf eine neue Qualität. Um diese Qualität des versöhnten Lebens in Schlesien werden wir genauso beten, wie wir uns täglich darum bemühen. Ebenso wie am 2. Mai, unabhängig von den staatlichen Feierlichkeiten, werden wir auch die im Jahr 1921 tragisch Gefallenen, beiderseits des Konfliktes, ehren. Die Idee der Versöhnung, zu der hier im Jahr 1983 der Papst aufgerufen hatte, muss doch endlich Realität werden.

Wir hoffen, dass wir durch diese Feierlichkeit auch die Erneuerung unseres Gemeinschaftslebens nach der Pandemie beginnen können. Deshalb freuen wir uns auf weitere Wallfahrten nach Wartha, Albendorf, Zuckmantel und Trebnitz. Wir freuen uns auf die neue Öffnung, bitten um Verantwortung und laden herzlich ein.

Bernard Gaida

  • Publiziert in Blogs
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