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Neujahrsbrief: „Einmal gewählt, muss ich jeden Tag eine Wahl treffen“ – hl. Augustinus

Obraz: Gerd Altmann Obraz: Gerd Altmann

Liebe Landsleute, Mitglieder der deutschen Gemeinschaft in Polen, unsere Sympathisanten und Freunde,

ich wende mich an Sie als Präsident des VdG in Polen nun schon traditionell anlässlich des Neuen Jahres. Vor einem Jahr hatte ich folgende Worte Dietrich Bonhoeffers zum Motto meines Neujahrsbriefes ausgewählt:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.“

Ich konnte nicht einmal ahnen, dass uns ein Jahr bevorsteht, in dem wir diese Worte so sehr brauchen würden. Nur wenige Wochen später brach eine Pandemie aus, die bis heute anhält. Viele von uns sind krank geworden, viele sind gestorben, viele Familien, besonders die Ältesten, sind schmerzlich einsam in ihren Häusern. Ich habe eine Quarantäne und die damit verbundenen Sorgen persönlich erlebt. Es gibt niemanden, der nicht von der Pandemie betroffen ist, von Schülern bis hin zu ihren Eltern, von Arbeitsplätzen bis hin zu unseren Kirchengemeinden. Auch unsere deutsche Gemeinschaft in Polen ist betroffen.

Wir sind stolz auf mehrere hundert Begegnungsstätten, die von Schlesien bis Masuren verstreut sind, denn die Begegnung mit Menschen, die mit der deutschen Kultur, Sprache und Geschichte verbunden sind, ist die wichtigste Form des Gemeinschaftslebens für Zehntausende unserer Mitglieder und eine noch größere Gruppe von Sympathisanten. Dort werden lokale und überregionale Projekte durchgeführt, dort feiern wir Jubiläen, lernen durch Vorträge und Workshops unsere eigene Geschichte kennen und führen Kinder in den Kreis der deutschen Sprache ein. Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben unsere Begegnungsstätten fast lahmgelegt. Noch frisch in Erinnerung sind die schmerzhaften Entscheidungen, auf Projekte, Advents- und Weihnachtstreffen verzichten zu müssen. Vielerorts brachten wir Weihnachtspakete nach Hause, als Beweis dafür, dass wir aneinander denken und als Ersatz für ein persönliches Treffen. Gewiss ist es uns dadurch vielfach gelungen, dem Gefühl der Einsamkeit für eine Weile abzuhelfen. Mit voller Betroffenheit möchte ich mein Beileid Denjenigen unter uns aussprechen, die durch die Pandemie Familienangehörige verloren haben, wohl wissend, dass die meisten von ihnen einsam gehen mussten.

Neue Normalität

In unseren Neujahrswünschen wiederholen wir meist den Wunsch, zur Normalität zurückzukehren. Doch wir wissen, dass nach der Pandemie die Welt nicht mehr dieselbe sein wird. Es wird uns viel Mühe kosten, die Gemeinschaften, die seit vielen Monaten durch fehlende Treffen ins Wanken gekommen sind, wiederaufzubauen. Dennoch stimme ich mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überein, der in seiner Botschaft sagte: „Vergessen wir bitte neben den vielen dunklen die hellen Seiten dieses Jahres nicht. Gerade in diesen Tagen erleben wir doch: Das Virus treibt uns nicht auseinander. Im Gegenteil, es lässt uns zusammenrücken“. Bereits im Frühjahr haben wir versucht, unsere Projekte an die sanitären Anforderungen anzupassen und auch online anzubieten. Dies wurde neben dem VdG auch von allen unseren Organisationen durchgeführt. Unter diesen schwierigen Bedingungen gab es, soweit es sicher und möglich war, Samstagskurse für Kinder, Kinderclubs, Fußballschule, Jugendbox, Jugendtraining, Pilgerfahrten und viele andere Projekte.  In zahlreichen Vereinen gibt es Initiativen zur Unterstützung von Senioren und Bedürftigen. Viele Events wurden durch Internet übertragen. Dutzende von Konferenzen, Schulungen, Wettbewerben und sogar Konzerte und Theateraufführungen fanden dort statt. Ich bin den Geistlichen dankbar, die mit ihren deutschsprachigen Seelsorgeangeboten, die in Zeiten der Angst um Gesundheit und Leben so wichtig sind, geistlich über das Internet zu Hilfe eilten. Wir erkannten schnell die neuen Möglichkeiten, die uns die digitalen Plattformen bieten.  Plötzlich konnten wir auch diejenigen einladen, die, in der absoluten Diaspora lebend, bisher keine Kultur-, Bildungs- oder Religionsangebote der deutschen Minderheit in Anspruch nahmen.

Beim Wiederaufbau von Gemeinschaften nach der Pandemie in ihrer normalen personellen Form dürfen wir nicht auf bereits aufgebaute virtuelle Gemeinschaften und die technischen Möglichkeiten ihrer Entwicklung verzichten. Diese haben uns nicht nur ermöglicht, Deutsche in Polen zu erreichen, die weit entfernt von unseren Begegnungsstätten leben, denn, wie Heilige Messen gezeigt haben, nahmen auch Deutsche aus vielen anderen Ländern daran teil, was mich als Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in Europa besonders freut.

Neben diesen freudigen Momenten muss ich mit Schmerz feststellen, dass die „Kultur der Spaltung“ um uns herum auch auf einige unserer Organisationen und deren Mitglieder übergegriffen ist. Bei der letzten VdG-Delegiertenversammlung musste zum Wohle der Gemeinschaft, ein langjähriges Mitglied wegen Verstößen gegen unsere Satzung und der Verpflichtungen ausgeschlossen werden. Glücklicherweise gibt es auch Vereine und Organisationen, die sich unserer im VdG vereinten deutschen Gemeinschaft anschließen und gemeinsam deren Ziele verwirklichen wollen.

Neue Möglichkeiten

In unserem Fall fiel dieses schwierige Jahr mit einer völlig neuen Chance zusammen, die uns eine Entscheidung des Bundestages im Jahr 2019 bot. Wir haben mit dem Aufbau des Dokumentations- und Ausstellungszentrums der deutschen Minderheit als Ort einer gründlichen Aufklärung über unsere Geschichte, aber auch der Dokumentation ihrer Gegenwart begonnen. Das Forschungszentrum der Deutschen Minderheit, unsere eigene Forschungseinrichtung, arbeitet inzwischen eigenständig. Der Ausbau einer unserer Vereinsschulen lässt auf eine Unterstützung der Schulvereine, die mit der deutschen Minderheit verbunden sind, hoffen. Es wurden zwei außerschulische Bildungsprojekte ins Leben gerufen: „Deutsch AG“ in Zusammenarbeit mit mehreren hundert Schulen und „LernRAUM.pl“, das auf der Basis unserer Strukturen Kurse, Workshops und Vorträge zu verschiedenen Themen anbietet, um die praktische Anwendung der deutschen Sprache zu fördern.  All diese Projekte, zusätzlich zu den bestehenden, eröffnen neue Möglichkeiten für unsere Gemeinschaft. Die Pandemie hat sie erschwert, aber nicht gestoppt und der Beschluss des Bundestages im November 2020 sichert ihre Fortführung im folgenden Jahr.  

Gedenken

Einige unserer Organisationen feierten im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Der VdG wird 2021 zu seinem Jubiläum einladen. Besonders die jüngere Generation möchte ich darauf aufmerksam machen, dass Schlesien, Pommern, Ermland und Masuren zwar schon vor 75 Jahren östlich der Oder-Neiße-Grenze lagen, die deutsche Minderheit aber mit wenigen Ausnahmen erst vor 30 Jahren anerkannt wurde. Wir haben im vergangenen Jahr versucht, diese tragische Zeit von 45 Jahren aufzuzeigen, indem wir auf das Nachkriegsdrama der Vertreibungen, Deportationen, Lager, sowie auf die kulturelle und sprachliche Diskriminierung der Deutschen in Polen hingewiesen haben. In Ermangelung unserer Geschichte in der gesamtpolnischen Geschichtsvermittlung müssen wir uns im Sinne unserer eigenen Identität selbst darum kümmern. Deshalb müssen wir im Jahr 2021 versuchen, unser historisches Gedenken an die tragischen Ereignisse des Jahres 1921 in Oberschlesien zu pflegen, vor allem im Zusammenhang mit der Volksabstimmung, das den Willen der Schlesier zum Verbleib innerhalb der deutschen Grenzen deutlich zeigte. Wir sind dankbar dafür, dass wir nach jahrzehntelanger Falschdarstellung der damaligen Zeit mittlerweile auch auf Beiträge polnischer Historiker zurückgreifen können, die der mit historischen Mythen aufgewachsenen Mehrheitsgesellschaft nicht immer bekannt sind. Deshalb sollten wir uns im Jubiläumsjahr um alle Bestandteile der Wahrheit über diese Zeit kümmern, was wir auch versuchen werden. Ich wende mich damit an alle in Oberschlesien, insbesondere an die Organisatoren offizieller Feierlichkeiten. Nach 100 Jahren sollten wir uns nun alle als regionale Gemeinschaft fühlen, mit einer gemeinsamen Erinnerung und Ehrerbietung vor all denen, die damals in einen tragischen Kampf gegeneinander getrieben wurden.

Volkszählung

An der Schwelle zum Jahr 2021 zitiere ich nun die Worte des heiligen Augustinus: „Einmal gewählt, muss ich jeden Tag eine Wahl treffen“.  Und obwohl diese Worte für uns, die wir in der Minderheit leben, immer aktuell sind, weil unser ganzes Leben von uns verlangt, gegen den Strom zu schwimmen, sind sie im kommenden Jahr besonders nötig. Zehn Jahre sind seit der letzten Volkszählung vergangen und wir werden nun erneut nach unserer Nationalität und kulturellen Identität befragt. Dies ist der Moment, in dem wir unsere Zugehörigkeit zur großen und vielfältigen deutschen Gemeinschaft aufs Neue bekräftigen müssen. Sie wurde von unseren Vorfahren bestätigt, indem sie uns ihr deutsches Kulturerbe in seiner schlesischen, pommerschen, ermländischen, masurischen, Danziger oder Lodzer Regionalfärbung schenkten. Wir bestätigen sie in unserem Familienleben, das so sehr mit Deutschland verbunden ist, durch die Mitgliedschaft im DFK, die Teilnahme an Projekten der deutschen Minderheit, die Entsendung der Kinder zum Deutschunterricht, den Stolz auf deutsche Nobelpreisträger, Schriftsteller und Erfinder aus unserer jeweiligen Gegend, den Ärger über das Fehlen regionaler Geschichte an den Schulen, aber auch in der Zufriedenheit über die Stellung Deutschlands in der EU, in der Freude über die Erfolge und Misserfolge „der Mannschaft“ und in vielen anderen Momenten.

Nun müssen wir bei der Volkszählung unsere deutsche Nationalität in Übereinstimmung mit unserer geliebten Heimat neu wählen. Die Fragen auf dem Volkszählungsformular ermöglichen es uns, unsere deutsche Volkszugehörigkeit und unsere regionale Identität in Einklang zu bringen. Gleiches gilt für Karpatendeutsche in der Slowakei oder Donauschwaben in Ungarn, auf dem Balkan und in Rumänien. Wir sind nicht die einzigen Deutschen, die als nationale Minderheit in der Europäischen Union leben. Jeder fünfte EU-Bürger gehört einer der vielen nationalen oder ethnischen Minderheiten an. Scheuen wir uns also nicht, unsere „nicht-polnische“, sondern deutsche Volkszugehörigkeit zu deklarieren und damit das Prinzip der EU zu stärken: „In Vielfalt geeint“. Das ist ihr Reichtum und ein Reichtum ihrer Mitgliedsstaaten.

Bundestagswahl

Viele von uns fühlen sich nicht nur dem deutschen Kulturkreis und der Volksgemeinschaft zugehörig, sondern sind auch deutsche Staatsbürger. Dies ist ein Privileg, das nicht allen Deutschen, die außerhalb ihrer Grenzen leben, zusteht. Dieses Privileg darf jedoch nicht von den damit verbundenen Pflichten losgelöst sein und die grundlegende Bürgerpflicht ist die Teilnahme an demokratischen Wahlen. Im Jahr 2021 findet die Wahl zum Deutschen Bundestag statt und jeder Bürger ist für das Ergebnis verantwortlich. In einer sich verändernden EU, nach dem Austritt Großbritanniens, haben die jüngsten Probleme mit der Verbindung von Rechtsstaatlichkeit und Haushalt gezeigt, dass Deutschland zum wichtigsten Fundament für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft geworden ist. Es ist daher die Grundlage dessen, was nationalen Minderheiten mehr Garantien für den Schutz ihrer Rechte gibt als nur innerstaatliches Recht, offene Grenzen, in Freiheit zu leben, zu arbeiten und zu studieren. Deutschland unterstützt uns von Anfang an moralisch, politisch und materiell. Wir haben daher die Pflicht, uns im Wahlprozess zu Wort zu melden, um diese Errungenschaften zu konsolidieren. Das Motto des Tages der Deutschen Einheit 2020, „Wir miteinander“, verstehen wir auch als Aufforderung an die in Minderheiten lebenden Deutschen, sich für einen politischen Weg für Deutschland einzusetzen.

Die Jugend

Wir treten in ein Jahr ein, dessen Beginn noch von Angst und Ungewissheit über die Pandemie geprägt sein wird. Wir sehen die Überwindung in Impfstoffen, die u. a. von deutschen Wissenschaftlern entwickelt wurden. Wir hoffen, dass auch wir in ein paar Monaten beginnen werden, in unsere DFKs zurückzukehren, in die Begegnungsstätten, Konferenzen, Schulungen, Studienreisen. Wir sehen, dass wir einerseits geschwächt, aber andererseits mit neuen Erfahrungen zurückkommen werden. Auch mit einem intensiven kulturellen und organisatorischen Leben der jungen Menschen. Schon bald wird ihnen das Jugendzentrum in Oppeln zur Verfügung stehen und seit einigen Monaten ist der Aufbau eines Netzwerks von Jugendverbänden innerhalb der AGDM und mit anderen Organisationen in Deutschland im Gange.

Wir werden weiterhin eine Verbesserung der unbefriedigenden Situation im Bildungswesen einfordern, die neben einen neuen „Bildungsstrategie der Regierung für die deutsche Minderheit“ auch und vor allem eine Bereitschaft der polnischen Regierung zu deren Umsetzung sowie eine vollständige Umsetzung der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen voraussetzt. Trotz der Schwierigkeiten lernen mehr als 50.000 Schüler dank der Bildungssubvention des Bildungsministeriums Deutsch als Minderheitensprache und wir hoffen auf zahlreiche Anfragen von Eltern für diesen Unterricht. Wir werden die Schulen, an denen Schüler aus deutschen Familien unterrichtet werden und vor allem die Vereinsschulen, von denen es möglichst viele geben möge, aktiv unterstützen, denn sie beweisen mit ihrer täglichen Arbeit, wie wichtig es für die Schüler ist, auf hohe Qualität zu setzen sowie den Spracherwerb und den Unterricht in deutscher Sprache als primäre Lernziele.

  

Minderheitenrechte

Wir hoffen, dass die Europäische Kommission bereits am 15. Januar beginnt, uns in unseren Bemühungen um eine Verbesserung der Situation der deutschen Minderheit zu unterstützen. VdG und FUEN engagieren sich seit einigen Jahren in der Europäischen Bürgerinitiative „Minority SafePack“. Damals waren wir in Polen eigentlich die Einzigen, die von der Notwendigkeit überzeugt waren, einige der Rechte und Strategien gegenüber nationalen Minderheiten auf das Niveau der EU-Gesetzgebung anzuheben. Heute, nach der Unterstützung dieser Initiative im Bundestag und im Europäischen Parlament, bin ich mir fast sicher, dass die Europäische Kommission entsprechende Maßnahmen ergreifen wird, um die wichtigen Akzente der Minderheitenpolitik in den Mitgliedsstaaten zu verändern. Das ist eine große Chance für uns, dafür zu sorgen, dass Polen sich nicht nur um den Zustand der Schulen mit Polnisch als Unterrichtssprache in Litauen bemüht, sondern auch um die Entstehung von Schulen mit Deutsch als Unterrichtssprache bei uns. Dass die Mehrsprachigkeit zu einem Aktivposten für die regionale Entwicklung wird, nicht in Deklarationen, sondern in Taten, dass Deutsch viel öfter in Radio und Fernsehen auftaucht.

Alles, was wir in der deutschen Gemeinschaft in Polen im letzten Jahr erreicht haben, wäre ohne die Unterstützung der polnischen und deutschen Regierung nicht möglich gewesen. Es wäre nicht möglich gewesen ohne das Verständnis der lokalen Selbstverwaltungen, in denen viele unsere Mitglieder mitwirken, für unsere Bedürfnisse. Es wäre nicht möglich gewesen ohne die gemeinnützige Arbeit von Tausenden von Menschen und ohne den Bedarf an ihrer Arbeit seitens einer großen Anzahl unserer Mitglieder aus mehreren Generationen. Ohne das Engagement der VdG-Mitarbeiter und unserer anderen Organisationen hätten wir die pandemiebedingten Einschränkungen sowie die formalen, technischen und finanziellen Schwierigkeiten nicht bewältigen können. Ich danke Ihnen allen sehr.

Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Anliegen im neuen Jahr 2021 mit demselben Eifer handhaben werden. In unseren Organisationen haben wir aktive Mitglieder, die stolz auf ihre Herkunft, die deutsche Sprache und Kultur sind und die aus Überzeugung daran arbeiten wollen, dass in den Gebieten mit jahrhundertelanger deutscher Tradition diese auch lebendig bleibt und diese Regionen zum Wohle ihrer Bewohner weiterhin bereichert.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes und gesegnetes Neues Jahr.

Bernard Gaida

Guttentag, 27.12.2020

Letzte Änderung am Donnerstag, 31 Dezember 2020 11:55
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