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Die Danziger Deutschen tragen zur Kultur der Stadt Danzig bei

  • geschrieben von Krzysztof Jachimowicz
  • Publiziert in Regionen
Große Mühle, neuer Sitz des Bernsteinmuseums / Wielki Młyn, nowa siedziba Muzeum Bursztynu. Foto: Krzysztof Jachimowicz Große Mühle, neuer Sitz des Bernsteinmuseums / Wielki Młyn, nowa siedziba Muzeum Bursztynu. Foto: Krzysztof Jachimowicz

Alle Besucher der uralten Hansestadt wie auch ihre Einwohner kennen die einstige Barbakane, auch Stockturm genannt, wo die Abteilung des Museums von Danzig – das Bernsteinmuseum – untergebracht ist. Diese Anschrift gehört aber bald der Vergangenheit an.

Seit über einem Jahr dauern die Arbeiten an einem neuen Sitz des Bernsteinmuseums, die mit Volldampf vorausgehen. Bald kommt der Umzug in die Große Mühle am Radaunekanal.

Die Große Mühle, von dem Deutschen Orden im 15. Jahrhundert erbaut, war der größte Betrieb des Mittelalters. In solch kluger Weise erbaut, welcher sogar die alten Römer sich nicht schämen würden, arbeitete die Mühle bis 1945. Um die Jahrhundertwende erhielt sie einen Motorantrieb. Nach dem Niederbrennen durch die Sowjetarmee beherbergte sie jahrelang ein Einkaufszentrum, in der Zeit der Volksrepublik Polen sogar einen Pewex – ein Luxusgeschäft des sogenannten inneren Imports für die Parteifunktionäre.

Nun soll die alte Ordensmühle zum Bernsteinmuseum werden. Die feierliche Eröffnung, wenn der dreieinige Gott es in dieser verrückten Zeit erlaubt, soll am 28. Juni 2021 stattfinden. In den vier Etagen der Mühle findet man sehr viel Platz für traditionelle wie auch digitale Ausstellungen statt.

Das bisherige Bernsteinmuseum in einem einstigen Stadtgefängnis und früherer Barbakane war nicht genug geräumig. In den Gefängniszellen und einstigen Folterstuben konnte man die Sammlungen der Öffentlichkeit nicht entsprechend zeigen.

Die neuen Räumlichkeiten sind groß genug dazu, damit sie sogar das weltberühmte Bernsteinzimmer von Zarskoje Selo, später vom Königsberger Schloss, aufnehmen könnten, wenn es im Original noch vorhanden wäre.

An der Gestaltung der neuen Abteilung des Museums von Danzig sind einige Deutschdanziger von der Danziger Deutschen Minderheit (DDM) tätig, die im Museum von Danzig angestellt sind, indem sie wie auch ihre Vorfahren, an der Kultur der Heimatstadt mitwirken. Genau nach dem Vermächtnis unseres ermordeten Präsidenten Paweł Adamowicz: Alles für Danzig, oder, wie ich selber es sage, mit der Parole meiner Kindheit: Ein Herz für Danzig.

Text: Krzysztof Jachimowicz, Vorsitzender der DDM

Letzte Änderung am Freitag, 16 April 2021 09:57