Gedenkveranstaltungen
Die Erinnerung an die Opfer von Krieg, Gewalt und Verfolgung ist unter den Mitgliedern der Deutschen Minderheit lebendig. Deshalb organisieren sie zahlreiche Gedenkfeierlichkeiten, um gemeinsam für die Opfer zu beten. Die Feierlichkeiten umfassen Gottesdienste, Gebete, Kranzniederlegungen und das Anzünden von Kerzen an Gedenkstätten, die mit den tragischen Ereignissen der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden sind. Der Verband organisiert Gedenkveranstaltungen unter anderem in Lamsdorf, auf dem St. Annaberg, in Potulitz sowie Feierlichkeiten zum Volkstrauertag.
Gedenken an die Opfer des Nachkriegsarbeitslagers in Lamsdorf – Januar
Die Feierlichkeiten in Lamsdorf erinnern an das tragische Schicksal der Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in dem dortigen Lager inhaftiert waren. Unter unmenschlichen Bedingungen wurden dort etwa 5-6 Tausend Menschen festgehalten. Es handelte sich um Männer, Frauen und Kinder deutscher Herkunft oder Personen, die für Deutsche gehalten wurden. Viele von ihnen litten unter Hunger, Krankheiten und Gewalt, und die Zahl der Opfer ist bis heute schwer zu bestimmen. Jahrelang war die Erinnerung an diese Ereignisse ein Tabuthema, das nur im Familienkreis erwähnt wurde.
Jedes Jahr beginnen die Feierlichkeiten mit einer Andacht in der Kirche St. Maria Magdalena in Lamsdorf. Anschließend begeben sich die Teilnehmenden zum Friedhof der Arbeitslageropfer, wo Kränze niedergelegt, Kerzen angezündet und Reden gehalten werden. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildet die Vorführung eines Films im Saal des Zentralen Museums für Kriegsgefangene.
Wie Rafał Bartek, Vorsitzender des VdG, sagte:
Hier in Lamsdorf wurde die Erinnerung an diesen Ort am 16. September 2002 wiederhergestellt, als es dem Marschallamt der Woiwodschaft Oppeln und dem Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen nach Überwindung vieler Hindernisse gemeinsam gelang, diesen symbolischen Friedhof mit Tafeln zu eröffnen, auf denen die Opfer des Lagers reingeschrieben sind. Die Erinnerung an viele andere Ereignisse, die mit dieser Tragödie in Verbindung stehen, geht immer mehr verloren, weshalb Gedenkveranstaltungen wie die heutige so wichtig sind.
Gedenken an die Opfer der militärischen Auseinandersetzungen des Jahres 1921 auf dem St. Annaberg – Juli
Der Verband gedenkt auch der Opfer der militärischen Auseinandersetzung von 1921 auf dem St. Annaberg. Jedes Jahr treffen wir uns dort zu einer heiligen Messe, um gemeinsam zu beten und anschließend auf dem Grab der schlesischen Aufständischen und auf dem Massengrab unbekannter deutscher Soldaten Kränze niederzulegen und Kerzen anzuzünden.
Gedenken an die Opfer der Ereignisse von 1940-1950 im Lager in Potulitz – August
Das Lager in Potulitz wurde im Februar 1941 von den Deutschen errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwandelte die kommunistische Regierung Polens das Lager in ein Lager für die deutsche Bevölkerung. In den Jahren 1945-1950 wurden insgesamt etwa 35 000 Menschen deutscher Herkunft oder Personen, die für Deutsche gehalten wurden, im Lager in Potulitz festgehalten.
Die Gedenkfeierlichkeiten für die Opfer des ehemaligen Lagers in Potulitz beginnen mit einem ökumenischen Gottesdienst. Anschließend begeben sich die Teilnehmenden zu den Gedenkstätten, die mit der Geschichte des Lagers verbunden sind, wo sie Blumen niederlegen und Kerzen anzünden – am Massengrab des Zentralarbeitslagers für Deutsche, am Obelisken beim heutigen Gefängnis, am Denkmal „Den Kindern von Potulitz“ auf dem Friedhof an der ul. Sportowa und an einem weiteren Obelisken auf diesem Friedhof.
Feierlichkeiten zum Volkstrauertag – November
Wie jedes Jahr versammeln sich die Vertreter der Deutschen Minderheit zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag, um der Opfer von Krieg, Gewalt und Verfolgung in den besetzten Ländern und in Deutschland selbst zu gedenken.







