Jahresversammlung der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der deutschen Minderheit im Oppelner Schlesien

Jahresversammlung der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der deutschen Minderheit im Oppelner Schlesien

Am 8. Juni 2024 fand in Oppeln die Jahresversammlung der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der deutschen Minderheit im Oppelner Schlesien (SKGD) statt, an der 91 Delegierte teilnahmen, um das vergangene Jahr zusammenzufassen.

Gleich zu Beginn des Treffens betonte Rafał Bartek, Vorsitzender der SKGD, in seiner Rede, wie wichtig die Bildung und Aktivierung von Kindern und Jugendlichen ist:

An der Stelle möchte ich deshalb noch einmal den vielen Bürgermeistern danken, die es verstanden haben, als die „Zeit der Probe“ kam und den Kinder der Zugang zu der Sprache erschwert wurde und Deutschstunden dazugegeben an den Schulen in Ihren Gemeinden haben. Ich bin dankbar allen Gesellschaften, getragen von Mitgliedern der deutschen Minderheit, die Kindergärten und Schulen mit den Unterricht in zwei Sprachen führen. Ich freue mich, dass wir mit der Errichtung des Nichtöffentlichen Katholischen Kindergarten mit dem Unterricht Deutsch als Minderheitensprache in Chronstau ein weiteres Akzent setzen konnten, wo sichtbar wurde, wie wichtig für uns die Pflege der Sprache gerade bei den Jüngsten ist.

Wir wissen, welchen Wert unsere Kultur und Tradition darstellt und jetzt heißt es, diesen Schatz, die Heimat für die nächsten Generationen zu übertragen. Da bin ich auch dankbar, dass wir Jugendliche haben, die es verstehen und dass wir eine so aktive Jugendorganisation, den Bund der Jugend der deutschen Minderheit haben. Wir müssen aber die Jugend auch weiter unterstützen und stärken, denn nichts ist heute Selbstverständlich und für die Ewigkeit. Aktiv bleiben und modern handeln, muss unser Motto bleiben, denn nur so bleiben wir auch weiterhin erfolgreich.

Während der Sitzung wurden auch der Verlauf und die Ergebnisse der Parlaments- und Kommunalwahlen angesprochen. Außerdem wurde dem Vorstand Entlastung erteilt und es wurde der Arbeitsplan für 2024 angenommen. Darüber hinaus wurde über einen Appell zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Oberschlesischen Tragödie abgestimmt:

Wir ermutigen, unsere Mitglieder, die DFK-Kreise, Initiativen zum Gedenken an diese Ereignisse zu ergreifen. Lassen Sie uns lokale Feiern, Treffen, Ausflüge, Filmvorführungen und Ausstellungen organisieren. Beziehen Sie junge Menschen in Bildungsprojekte ein, die sie mit der Geschichte unserer Region vertraut machen. Stellen Sie Gedenktafeln auf, legen Sie Kränze nieder und zünden Sie Kerzen an den Gedenkstätten an.

Unser Handeln soll ein Zeugnis unserer Erinnerung und ein Tribut an diejenigen sein, die ihr Leben, ihre Gesundheit und ihr Zuhause verloren haben. Gemeinsam können wir die Erinnerung an die Vergangenheit bewahren und künftigen Generationen aller unserer Völker vermitteln, wie wichtig es ist, den Frieden und den gegenseitigen Respekt zu pflegen.

Das zweite wichtige Dokument, das vorgelegt wurde, ist der Appell zur Erklärung des Jahres 2025 zum Jahr der nationalen und ethnischen Minderheiten in Polen. Das Jahr 2025 markiert genau 20 Jahre seit der Verabschiedung des Gesetzes über nationale und ethnische Minderheiten und Regionalsprachen in Polen. Aus diesem Grund appellieren die SKGD-Delegierten im Oppelner Schlesien an die polnische Regierung, das Jahr 2025 zum Jahr der nationalen und ethnischen Minderheiten in Polen zu erklären:

Wir fordern die Schaffung eines Sonderbudgets für diesen Zweck sowie eine entscheidende Aufstockung des Staatshaushalts zur Unterstützung nationaler und ethnischer Minderheiten. Eine solche Entscheidung der polnischen Regierung würde eine Vielzahl von Maßnahmen und Initiativen ermöglichen, die zeigen, dass „Anderssein kein Fremdsein ist“, wie Erzbischof A. Nossol zu sagen pflegte. Das Anderssein kann eine Bereicherung sein, und es wäre gut, wenn die polnische Gesellschaft anlässlich des 20. Jahrestages des Gesetzes über nationale und ethnische Minderheiten mehr über die Vielfalt des polnischen Staates in Form der in unserem Land lebenden Minderheitengemeinschaften erfahren könnte, die zwar oft zahlenmäßig klein, aber sehr aktiv sind.

Die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der deutschen Minderheit im Oppelner Schlesien ist mit über 24.000 beitragszahlenden Mitgliedern die größte Organisation der deutschen Minderheit in Polen, die in der Woiwodschaft Oppeln und im Landkreis Lublinitz tätig ist. Dank des Engagements der SKGD-Mitglieder konnten im Jahr 2023 über 600 Projekte in 315 DFKs realisiert werden, darunter 390 Projekte im Rahmen des Projekts „Begegnungsstättenarbeit“ sowie Projekte, die vom Konsulat der Bundesrepublik Deutschland und aus Fördermitteln der lokalen Behörden finanziert wurden. Die SKGD hat eine Reihe von Projekten organisiert, darunter die Miro Deutsche Fußballschule, den Rezitationswettbewerb „Jugend trägt Gedichte vor“, eine Reihe von Kreiskonzerten, Märchennächte oder die 20. Deutschen Kulturtage im Oppelner Schlesien. In den letzten Jahren hat sie auch das Projekt „Oppelner Senior“ durchgeführt, bei dem Maßnahmen in 20 Seniorenclubs in der gesamten Woiwodschaft Oppeln durchgeführt wurden. Mehr als 1.300 Personen haben im vergangenen Herbst an Schulungen für Multiplikatoren teilgenommen. Das SKGD-Büro kümmert sich auch um die Musik- und Künstlergruppen der deutschen Minderheit.

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